Die moderne Hochleistungsmedizin setzt immer neue Technologien und Methoden ein, um weitere Fortschritte in der Behandlung von Erkrankungen zu erzielen. Wir erkennen heute millimetergenau Strukturen im Inneren unseres Körpers, fahren mit Linsen und Werkzeugen durch Blutbahnen, können mit computerdesignten Antikörpern gezielt einzelne Oberflächenproteine von Viren oder Krebszellen angreifen. All das ist ein Segen – einerseits.
Andererseits schafft die Technik auch eine Distanz zwischen den Patientinnen und Patienten und ihren Behandelnden. Ärztinnen und Ärzte wirken in diesem Kontext so manches Mal nur noch wie Techniker, die eine Abfolge von Diagnoseschritten nach der Standard Operating Procedure beherrschen und Therapieverfahren gemäß der Evidence based medicine durchführen sollen. Doch zwischen SOPs, EBM und der nächsten Leitlinie kann leicht eine heilende Kraft aus dem Blick geraten, die nicht modernen Geräten entspringt.








